Johannes Ganzenmüller

Kamerazubehör das du wirklich brauchst

Veröffentlichungsdatum Lesezeit 11 Minuten zum Lesen

Egal ob du Einsteiger bist oder schon länger fotografierst, ohne jede Menge Zubehör ist keine Kameraausrüstung komplett. Und davon gibt es verdammt viel am Markt.

Da ich mir vor einiger Zeit, mit der Sony a6400, eine neue Kamera zugelegt habe, stand ich selbst wieder einmal vor der Frage was der Markt aktuell hergibt und was ich mir neu anschaffen sollte oder möchte. Damit du nicht selbst stundenlang in den Weiten des Internets recherchieren musst, stelle ich dir hier meine Recherche-Ergebnisse und auch Erfahrungen aus den letzten Jahren vor.

Die Zubehör-Empfehlungen sind unabhängig von Kamera und Modell und unabhängig davon, ob du eine Spiegelreflex oder eine Spiegellose Systemkamera hast. Einige Punkte auf der Liste, werde ich aber anhand der Sony a6000er Serie, also der a6000, a6300 und a6500, sowie den neueren a6100, a6400 und a6600 erklären, da ich mich mit dieser intensiv beschäftigt habe und es eben auch mein Anwendungsfall war. Solltest du keine Kamera der a6000-Serie besitzen, müsstest du entsprechend die Daten für deine Kamera nachschauen und entsprechende Produkte selbst heraussuchen.

Bevor es mit der Liste losgeht, noch ein Ethik-Hinweis: Auf die Empfehlungen hat kein Hersteller Einfluss genommen und ich empfehle sie aus meiner Überzeugung heraus, dass sie nützlich, preiswert und sinnvoll sind. Die meisten Dinge habe ich selbst gekauft und entweder länger in Benutzung oder ein vergleichbares Produkt für meine bisherigen Kameras verwendet. Da ich bei meinen Recherchen auch häufiger auf Alternativen oder andere Empfehlungen gestoßen bin möchte ich diese zwar auch erwähnen, aber schreibe auch dazu, dass ich persönlich dazu nichts weiter sagen kann, da ich es selbst nicht verwendet habe.

Ich hab mich auch dazu entschlossen bei den Produkten keine Affiliate-Links zu nutzen, sondern nenne nur die Produktbezeichnungen. Hintergrund ist, dass ich nicht davon ausgehe viel Geld darüber einzunehmen (😅), aber noch viel wichtiger ist, dass ich dir raten würde vor dem Kauf einen Preisvergleich zu machen, bei deinem lokalen Fotofachgeschäft vorbeizuschauen oder sogar in Kleinanzeigen zu suchen. Oft ist es dort billiger, für einen ähnlichen Preis zu haben oder wenn man liebt fragt gehen sie teilweise auch mit den Preisen der großen Seiten mit.

Speicherkarten und Etui

SD-Karten

Da ohne eine Speicherkarte quasi nichts geht, ist es in der Liste auch die Nummer 1. Wenn du dir Speicherkarten einmal genauer angeschaut hast, sind dir bestimmt die vielen Zahlen und Symbole aufgefallen, diese stehen für die technischen Daten der Karte und geben beispielsweise die Schreib- und Lesegeschwindigkeit an.

Hier ist es wichtig herauszufinden, was deine Kamera technisch unterstützt, denn besonders bei Serienaufnahmen und Videos kommt es darauf an, dass die Daten schnell vom internen Speicher auf der Karte landen damit du weiter fotografieren, oder dadurch sogar erst in einer hohen Qualität Videos aufnehmen kannst.

Die Kameras der Sony a6x00-Serie unterstützen beispielsweise nur den UHS-I-Standard und haben auch eine Begrenzung der Schreibgeschwindigkeit bei ca. 38-40 MB/s. Es ergibt daher keinen Sinn sich teurere UHS-II Karten oder welche mit extrem hohen Schreibgeschwindigkeiten zu kaufen, das wäre nur hinausgeworfenes Geld.

Persönlich hatte ich bei meinen Kameras noch nie Probleme mit den Speicherkarten und setze auf mehrere “mittelgroße” Speicherkarten (32 - 64 GB) anstatt nur eine sehr große Karte (zB 256 GB) zu verwenden. Planst du viele Videos aufzunehmen, würde ich dir zu einer 128 GB Karte raten, für Fotos sollten die 64 GB gut reichen. Ein Grund warum ich lieber mehrere Karten verwende, ist dass falls doch mal etwas sein sollte, nur ein Teil der Daten verloren ist und nicht gleich alles. In dem Zug sei auch gesagt, dass die a6x00-Kameras nur einen Kartenslot haben und es daher nicht möglich ist direkt Backups zu erstellen. Bei längeren Reisen oder wichtigen Fotos solltest du dir daher Gedanken über eine Datensicherung machen. Einige andere Kameras, wie beispielsweise meine alte Nikon D7000, haben zwei SD-Kartenslots und ich konnte einstellen, dass ein Bild direkt auf beide Karten geschrieben worden ist, wodurch man entsprechende Sicherheit hatte.

Meine Empfehlung bei den SD-Speicherkarten ist die Sandisk Extreme Pro 64 GB bzw. die 128 GB Variante. Das Preis-/Leistungs-Verhältnis ist gut und ich habe noch nie etwas Negatives über die Karten gehört.

P.S.: Die Karten sind ein Klassiker bei Rabattschlacht-Aktionen wie dem Black-Friday und daher immer mal wieder als Angebot günstig zu bekommen.

SD-Kartenetui

Gerade wenn du mehrere Karten hast, solltest du diese sicher aufbewahren und nicht einfach so in die Tasche werfen, da sich sonst das Risiko erhöht, dass diese kaputt oder Daten verloren gehen. Aus diesem Grund gehört für mich ein entsprechendes Etui zu jeder Fotoausrüstung dazu.

Ich benutze ein Lowepro Pixel Pak, was jedoch nicht mehr hergestellt wird. Da das wichtigste Kriterium bei einem Etui ist, dass es genug Platz für deine Karten bietet und im Optimalfall noch gegen Staub und Spritzwasser geschützt ist, gibt es jedoch für etwa 10-15 € sehr viele gute Alternativen am Markt.

Displayschutz

Displayschutz

Bei Spiegellosen Systemkameras, wie den a6x00 Modellen, wird häufig das Display anstatt dem Sucher zum Fotografieren verwendet, weswegen Kratzer oder gar Risse ähnlich nervig wie bei einem Smartphone sind und entsprechender Schutz sehr wichtig ist. Ich habe bisher all meine Kameras entsprechend ausgestattet und damit auch schon vor größerem Schaden bewahrt. Die 10-15 € sind in jedem Fall gut investiertes Geld und im Verhältnis zu einem Displayschaden nahezu lächerlich.

Für die a6x00-Modelle finde ich den originalen Sony Displayschutz PCKLM-17 aus Kunststoff im Verhältnis zu Drittanbietern nicht sonderlich teuer, sodass ich diesen empfehle und auch selbst habe. Solltest du auf Drittanbieter setzen wollen, achte in jedem Fall darauf, dass es eine Glas- oder Plastikscheibe und keine einfache Folie ist.

Akkus & Ladegerät

Akku und Ladegerät

Im Gegensatz zu Spiegelreflexkameras sind Spiegellose echte Stromfresser, sodass du gerade auf Reisen oder längeren Touren für entsprechenden Nachschub sorgen solltest. Filmen zieht hier natürlich mehr Strom als reines Fotografieren, daher kommt es auf deine Gewohnheiten und deinen Anwendungsfall an, wie viel Reserven du einpacken solltest. 2-3 Ersatzakkus sind in jedem Fall nicht verkehrt.

Bis auf die Sony a6600 verwenden alle Kameras der 6000er-Serie Akkus vom Typ NP-FW50, die auch bei den größeren Sony a7 und a7ii eingesetzt werden. Die a6600 verwendet, wie beispielsweise auch die a7iii, einen neueren, besseren Akkutyp mit der Bezeichnung NP-FZ100. Wenn du dir Ersatzakkus zulegst achte daher auf die Kompatibilität mit der Kamera!

Beim NP-FW50 kostet die Originalvariante von Sony zwischen 50 und 70 Euro, also nicht gerade wenig, wenn du gleich mehrere kaufen möchtest. Daher sind Dritthersteller, aus meiner Sicht, eine gute Alternative, denn bei denen gibt es das Doppelpack meist für 30-40 Euro. Persönlich konnte ich bisher noch keinen Unterschied feststellen, habe meine aber auch noch nicht so lange im Einsatz. Die Erfahrungsberichte, auf die ich gestoßen bin, schwanken von “keinem Unterschied” bis zu “geht etwas schneller leer”, und selbst das ist in meinen Augen, für weniger als die Hälfte vom Preis, vollkommen ok. Sicherlich gibt es bei den Drittherstellern auch große Unterschiede, die Marken auf die ich bei meinen Recherchen am meisten gestoßen bin und empfohlen wurden, sind RAVPower, Baxxtar und Pantona. Ich selbst, habe mich für ersteres entschieden und bin damit bis jetzt sehr zufrieden.

Häufig werden die Akkus im Doppelpack in Verbindung mit einem Ladegerät für beide Akkus verkauft, was definitiv empfehlenswert ist, denn bei den a6x00-Kameras ist keines dabei und sonst müsstest du die Akkus nacheinander in der Kamera laden. Gerade vor einer Reise oder einem längeren Shooting kann das ziemlich zeitraubend sein.

Reinigungsmaterialen

Reinigungsmaterialien

Vielleicht das Unspektakulärste auf dieser Liste, was aber ebenfalls in keiner Fototasche fehlen darf, sind Reinigungsmaterialien. Besonders ein Blasebalg und Mikrofasertücher sind bei mir immer dabei.

Der Grund warum besonders ein Blasebalg wichtig ist, ist das bei den meisten Spiegellosen System, so auch bei der a6000-Serie, der Sensor frei liegt, wenn das Objektiv abgenommen wird. Durch Objektivwechsel kann daher leicht Staub oder Dreck auf den Sensor kommen, was zu “Schmutzflecken” auf den Fotos führt. Mit dem Blasebalg lässt sich dieser in den meisten Fällen einfach wegpusten, aber auch lose Schmutzpartikel am Objektiv lassen sich so einfach entfernen. Sollte die Linse am Objektiv oder das Display schmutzig oder verschmiert sein, hilft ein Mikrofasertuch oder ein sogenannter Lens-Pen.

Reinigungssets mit vielen verschiedenen Teilen gibt es recht preisgünstig und ich würde dir empfehlen mit einem von diesen anzufangen. Solltest du merken, dass dir etwas nicht ausreicht, kannst du dir immer noch eine bessere Lösung für den Spezialfall zulegen, wie beispielsweise einen besseren Blasebalg.

Ich hatte mir das Rollei Re:fresh APS-C Set gekauft, da dort viele unterschiedliche Teile enthalten sind und ich den Sensor der Nikon D7000 nass reinigen wollte. Das Set scheint jedoch nicht mehr erhältlich zu sein, aber auch hier gibt es etliche gute Alternativen, die je nach Umfang zwischen 10 und 30 Euro kosten. Solltest du dir nicht zutrauen den Sensor selbst zu reinigen, sollte der Blasebalg, 1-2 Mikrofasertücher und ein Lens-Pen vollkommen ausreichen, wobei die Sets preislich oft sinnvoller sind.

Kameragurt

Peak Design Slide Lite

Auf meinen Reisen habe ich einen bequemen und angenehmen Kameragurt zu schätzen gelernt, gerade wenn die Kamera stundenlang um meinen Hals hing, war das Material des mitgelieferten Gurtes relativ schnell unangenehm. Ich hab mir den Peak Design Slide Lite geholt und kann ihn nur empfehlen, Details und mehr Informationen über den Gurt findest du im zugehörigen Blogeintrag.

An meiner Nikon D7000 hatte ich den BlackRapid RS-4 Kameragurt und war damit sehr zufrieden. Da die Sony a6400 deutlich kleiner ist, fand ich diesen jedoch zu groß und finde den Gurt von Peak Design bisher sogar besser. Insgesamt solltest du auf die Befestigungen, Länge und den Tragekomfort achten. Zudem spielt natürlich das Gewicht von Kamera und Objektiv eine wichtige Rolle.

Kein Kameragurt, aber eine weitere Kamerahalterung, die ich nicht mehr missen möchte, ist der Peak Design Capture Clip v3, zudem ich ebenfalls einen Review-Artikel geschrieben habe. Wenn ich mit einem Rucksack unterwegs bin, kann ich die Kamera dort schnell “einhängen” und habe meine Hände frei, ohne dass ich mit einem langen Gurt hantieren muss, der eventuell die Sicht auf das Display blockiert.

Tasche

Tenba Tools BYOB

Egal ob du deine Kameraausrüstung von A nach B transportierst, auf einer Fototour bist oder sie einfach sicher daheim lagern möchtest, um eine Tasche kommst du dabei nicht herum. Was dabei für dich die richtige Lösung ist, hängt mal wieder sehr stark mit deinem Anwendungszweck, deinen Vorlieben und natürlich dem Umfang deiner Ausrüstung zusammen.

Von der kleinen Gürteltasche bis zum großen Fotorucksack gibt es alles und daraus auszuwählen ist nicht ganz einfach. Da ich eine Vielzahl von Wander- und Trekkingrucksäcken besitze, habe ich großen Gefallen an den Tenba Tools BYOB Rucksackeinsätzen gefunden, weil ich damit quasi jeden Rucksack in einen Kamerarucksack verwandeln kann. Mehr darüber findest du in diesem Blogartikel. Auch wenn ich nicht auf Tour bin, lassen sich die Einsätze einfach im Schrank verstauen und ich weiß das meine Ausrüstung immer gut gepolstert ist.

Als Ergänzung dazu nutze ich ein Einschlagtuch von Lens-Aid um die Kamera schnell und platzsparend in einer Tasche zu verstauen, worüber ich auch einen Artikel geschrieben habe.

Solltest du auf der Suche nach einer “kleinen Tasche für unterwegs” sein, dann schau dir mal die Cosyspeed Camslinger, oder etwas günstiger die Mantona ElementsPro 10, an. Beide werden häufiger in Facebook-Foto-Gruppen empfohlen, ich kann zu beiden aber leider nicht viel sagen, da ich diese nicht selbst genutzt habe.

Stativ

Manfrotto Stative

In der Landschaftsfotografie sind Stative nicht wegzudenken, aber auch bei Langzeitbelichtungen, Timelapse-Aufnahmen, der Astrofotografie oder falls du einfach mal Selbstportraits machen willst, führt kein Weg daran vorbei.

Wie bei allem, bei dem ein geringes Gewicht und kleines Packmaß von Vorteil ist, kann es bei Stativen sehr schnell, sehr teuer werden und nach oben hin gibt es quasi kein Limit. Da ich mein Stativ nur gelegentlich nutze, bin ich beim Manfrotto Befree (genaue Bezeichnung MKBFRA4-BH) gelandet, mit dem ich sehr zufrieden bin, da es mit 40 cm ein gutes Packmaß hat und mit ca. 1,4 kg auch nicht sonderlich schwer ist.

Alternativ dazu wird häufig das Rollei C5i Carbon oder Rollei No.1 Traveller empfohlen, die preislich und von den Werten her ähnlich zum Manfrotto Befree liegen. Da ich beide aber selbst noch nicht getestet habe, kann ich leider nicht viel mehr dazu sagen.

Achte beim Stativkauf in jedem Fall darauf, dass der Kopf ein Schnellwechselsystem unterstützt. Arca-Swiss und Manfrotto RC2 sind hier die Gängigsten am Markt und besonders Arca-Swiss hat sich als Standard etabliert.

Um ehrlich zu sein, ist das große Stativ häufig der erste Ausrüstungsgegenstand, der beim Gepäck aussortiert wird, wenn es mal eng wird oder ich nur mit Handgepäck verreise. Aus dem Grund habe ich mir noch das Manfrotto Pixi Evo geholt, welches in jede Tasche passt und so leicht ist, dass es nicht groß auffällt. Für viele Anwendungsfälle reicht das oft aus, kann aber natürlich ein “richtiges” Stativ nicht ersetzen, dennoch sicherlich besser als gar kein Stativ dabei zu haben.

Um das Ministativ angenehmer nutzen zu können, habe ich darauf ein Arca-Swiss Schnellwechselsystem von Neewer montiert, sodass ich die Kamera nicht immer an- und abschrauben muss. Das ist eine deutliche Erleichterung und kann ich jedem nur empfehlen. Entsprechende Arca-Swiss Klemmen gibt es mit oder ohne Schnellwechselplatte für etwa 10 - 20 Euro.

Achte bei kleinen Stativen auf die angegebene Tragkraft, wirklich hoch ist diese nämlich meistens nicht. Von Manfrotto gibt es beispielsweise noch ein Pixi “ohne Evo”, das eine Tragfähigkeit von nur 1 kg hat. Bei der Kombination von Sony a6400 mit SEL 18-135 Objektiv, mit einem Gesamtgewicht von 740 Gramm, hast du zwar noch etwas Spielraum, solltest du aber noch ein Mikrofon, doch mal ein schwereres Objektiv oder sonstige Anbauten an der Kamera haben, schmilzt der Puffer sehr schnell und der Kugelkopf kann die Position nicht mehr richtig halten.

Abschluss

Das waren auch schon meine Zubehör-Empfehlungen für Fotografen, am Beispiel der Sony a6000-Serie. Ich könnte die Liste noch ein ganzes Stück verlängern, aber will es bei dem Umfang belassen, den ich für essenziell halte.

Auch wenn das für mich alles Must-Haves sind und in meinen Augen in jede Fotoausrüstung gehören, würde ich dir empfehlen nicht alles auf einmal zu kaufen, sondern nach und nachzuschauen was du persönlich für dein Anwendungsgebiet wirklich brauchst. Neue Ausrüstung ist immer schön und ich verfalle selbst auch manchmal in den Shoppingwahn, wenn du aber nach einiger Zeit feststellst, dass das Ding die letzten Monate nur Staub angesammelt hat, wäre es sehr schade.

Lass mir gern ein Kommentar da, wenn du weitere Empfehlungen und Tipps hast, oder die Liste für dich hilfreich war.

Viel Spaß beim Fotografieren!