Eine der besten Anschaffungen für meine alte Kamera war ein guter Kameragurt und daher darf sowas auch für die neue Kamera nicht fehlen. Mein bisheriger Kameragurt ist prinzipiell noch gut in Schuss und könnte ich weiterverwenden, wirkt aber an der kleineren Kamera ziemlich überproportioniert. Zudem wird der am ¼-Zoll-Gewinde befestigt, weswegen ich mir nicht sicher bin, ob er mit dem Peak Design Capture v3 zusammenpasst. Aus dem Grund habe ich mich auf der Suche nach einem neuen, etwas kleineren Gurt begeben.

Dabei bin ich immer wieder auf die Gurte von Peak Design gestoßen. Deren Möglichkeit den Gurt einfach und schnell zu entfernen fand ich sehr interessant, sodass ich mir dann den Peak Design Slide Lite bestellt habe.

Hinweis: Das Produkt habe ich selbst gekauft und stehe in keiner Geschäftsbeziehung zum Hersteller. Ich habe für diesen Post keine Gegenleistung bekommen, noch bin ich in irgendeiner Art verpflichtet etwas zu schreiben, das nicht meiner eigenen Meinung entspricht.

Varianten und Lieferumfang

Der Slide Lite ist die “mittlere Größe” der Gurte von Peak Design und für Spiegellose Systemkameras oder kleinere DSLRs gedacht. Die größere Variante hört auf den Namen Slide und die kleinere auf Leash. Als Farbkombinationen gibt es jeweils schwarz oder grau, wobei ich mich für schwarz entschieden habe.

Folgendes befindet sich in der Packung:

Lieferumfang

  • Peak Design Slide Lite Kameragurt
  • 4 Befestigungsanker
  • Metallplatte zur Montage am ¼ Zoll-Gewinde
  • Inbusschlüssel
  • Aufbewahrungstasche in grau
  • Sticker

Die Länge des Gurts lässt sich mithilfe der beiden Metallbügel vollständig variabel zwischen 146 cm und 83 cm einstellen. Wobei die Minimalgröße offiziell mit 99 cm angegeben ist, was zugegebenermaßen auch mehr Sinn macht, denn der Gurt besitzt in der Mitte einen ca. 26 cm langen, gummierten Bereich, der sonst verloren gehen würde.

Die Breite des Gurtes beträgt 3,2 cm. Die Metallbügel sind in etwa 4,5 cm breit.

Das Nylongewebe erinnert an einen Autogurt und fühlt sich, aus meiner Sicht, weich und angenehm an, sodass längeres Tragen nicht stören sollte.

Gurt in Nahaufnahme

Die Befestigungsanker sind prinzipiell kleine Plastikscheiben an einer Schlaufe, wobei es sich dabei nicht um eine einfache Schnur handelt, sondern um eine spezielle Konstruktion, die mehr als 90 kg aushalten soll, was ich jetzt aber nicht getestet habe und dem Hersteller glaube. Mit Abnutzung der Schnur soll zudem zuerst eine gelbe Faserschicht und anschließend eine Rote erscheinen. Auch das lasse ich einmal unüberprüft ;)

Anwendung

Die Befestigungsanker lassen sich rechts und links durch die Metallösen an der Kamera ziehen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit die mitgelieferte Metallplatte in dem ¼ Zoll-Gewinde der Kamera zu befestigen und dadurch eine weitere Halteposition zu haben. Falls du, wie ich, dort schon eine Schnellwechselplatte von Peak Design montiert hast, also die Standard- oder Dual-Plate, geht das auch problemlos, da an deren Ecken Aussparungen sind, durch die die Anker gefädelt werden können.

Anker an der Kamera

Nachdem du die Anker angebracht hast, müssen nur noch die beiden Enden des Gurts eingeclipst werden und schon ist er einsatzbereit. Welche Befestigungspunkte du an der Kamera verwendest, ist dabei prinzipiell Geschmackssache. Wobei die beiden Seiten sich anbieten, wenn du die Kamera um den Hals oder über die Schulter tragen möchtest. Für meine präferierte Trageposition, quer über den Körper, empfinde ich den Anker an der Platte und an einer Seite am Besten, da die Kamera und das Objektiv so nah am Körper bleiben. Meine Empfehlung dafür ist den Anker auf der “Nicht-Griff”-Seite zu nutzen und bei der Platte den Anker ebenfalls durch das Loch auf der Seite zu fädeln.

Gurt eingeclipst

Über Ziehen an den Metallbügel lässt sich die Länge des Gurts anpassen, damit auch alles an seinem Platz sitzt. Gerade wenn du den Gurt in verschiedenen Tragepositionen nutzen willst, ist das häufiger notwendig.

So einfach der Gurt an die Anker geclipst wird, wird er auch wieder entfernt, denn dafür müssen die Anker nur etwas hineingedrückt und nach oben geschoben werden. Gerade wenn du die Kamera zum Transport, beispielsweise in einem Einschlagtuch, verstauen oder auf einem Stativ nutzen möchtest ist das sehr angenehm und geht flink vonstatten.

Fazit

Mit einem Preis von ca. 45 Euro ist der Gurt sicherlich bei den Premiumprodukten einzuordnen, was man aber auch an der Qualität merkt, denn die Verarbeitung ist aus meiner Sicht hervorragend und das System sehr durchdacht. Mein bisheriger Kameragurt, ein Blackrapid RS-4, war in einem ähnlichen Preissegment und auch andere Markenmodelle, auf die ich bei meiner Recherche gestoßen bin, liegen preislich ähnlich.

Sicherlich bekommt man einen Kameragurt deutlich günstiger, aber wie schon beim Clip erwähnt, ist es mir wichtig, mich auf die Tragesysteme verlassen zu können und nicht Angst zu haben, dass die teure Kameraausrüstung auf den Boden stürzt. Von daher orientiere ich mich persönlich an den Topmodellen und gebe dann gern etwas mehr aus.

Wie auch den Capture v3, konnte ich den Slide Lite aufgrund der aktuellen Lage leider noch nicht auf einer längeren Reise ausgiebig testen, sodass ich ihn bisher nur auf kleineren Ausflügen verwendet habe. Mein bisheriger Eindruck war dabei durchweg positiv und der Tragekomfort ist sogar angenehmer als beim Blackrapid, da die Kamera durch die zwei Befestigungspunkte weniger hin und her schwingt. Der Blackrapid hat im Vergleich nur einen Befestigungspunkt am ¼ Zoll-Gewinde.

Das Nylongewebe empfinde ich auf der Haut als recht angenehm. Sommerliche Touren, bei dem der Slide Lite häufiger Hautkontakt hat, sollten somit kein Problem sein.

Ein Punkt, der mir etwas negativ aufgefallen ist und bei dem aufgepasst werden muss, ist das die Metallbügel ziemlich hervorstehen. Kamera und Gurt einfach so in die Tasche zu werfen, kann daher zu unschönen Kratzern führen. Im Normalfall verstaue ich beides aber getrennt voneinander, sodass es für mich nicht schlimm ist. Nur eben etwas, auf dass ich achten muss, falls ich doch mal beides schnell “in die Tasche werfe”.

Den ein oder anderen könnte es auch nerven, dass die Anker klackern, wenn der Gurt nicht angebracht ist. Gerade bei Videoaufnahmen kann das zu störenden Geräuschen führen, falls diese vom Wind oder durch Bewegung gegen das Kameragehäuse geschlagen werden.

Alles in allem bekommt der Peak Design Slide Lite von mir einen Daumen hoch und ich kann insgesamt Kameragurte nur jedem Fotografen empfehlen!

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