Johannes Ganzenmüller

Mein Jahresrückblick 2020

Veröffentlichungsdatum Lesezeit 4 Minuten zum Lesen

Das Jahr 2020 ist nun Geschichte und ich glaube so ziemlich jeder ist froh darum. Was für ein herausforderndes und unerwartetes Jahr. Hätte man mir zu Beginn des Jahres erzählt, was sich alles verändert, ich hätte denjenigen als verrückt abgetan.

Denn Jahresanfang, inklusive Jahreswechsel 2019/2020, habe ich in Paris verbracht, war im Januar mit hunderten Menschen auf einem Konzert und habe euphorisch die nächsten Reisen nach Bali und Slowenien geplant… bis Mitte März die Corona-Pandemie kam, die alles auf den Kopf gestellt hat. Grenzen wurden dicht gemacht, sowohl zu anderen Staaten als teilweise auch innerhalb Deutschlands, was zu einer sehr undurchsichtigen Lage geführt hat. Relativ schnell wurde klar, dass die geplanten Reisen so nicht stattfinden können und wir haben schweren Herzens eine nach der anderen stornieren müssen.

Hochzeitsfeier während einer Pandemie

Ein besonderes Thema, dass dieses Jahr für uns im Fokus war, war unsere Hochzeit im Juli. Der Termin war schon letztes Jahr angesetzt, Einladungen verschickt und dann kommt eine Pandemie daher, in der Kontaktbeschränkungen und Auflagen für Feiern und die Gastronomie auf einmal den Alltag bestimmen. Auch wenn wir “nur” mit ca. 50 Personen geplant hatten zu feiern, macht man sich schon Gedanken, ob es verantwortlich ist, am Termin festzuhalten und bangt bei jeder Sitzung des Bundestags oder Berliner Senats, bei der neue Restriktionen oder Lockerungen auf der Agenda stehen. Am Ende ist alles gut gelaufen und ich hatte den schönsten Tag in meinem Leben.

Hochzeitsbild

Bild von Marc Leppin Hochzeitsfotografie

Zwar gab es einige Einschränkungen und Auflagen, die wir einhalten mussten, aber für uns waren alle tragbar und es hat sich trotzdem noch nach Hochzeit angefühlt. Wir konnten im Standesamt unsere Familien bei uns haben und am nächsten Tag mit den meisten unserer Freunde feiern, da waren Dinge wie maskierte Kellner oder größerer Abstand zwischen den Tischen nebensächlich. Im Nachhinein betrachtet bin ich auch sehr froh, dass wir die Feier nicht verschoben haben, denn gegen Spätsommer wurden die Restriktionen wieder deutlich verschärft und sowohl Gäste beim Standesamt, als auch eine solche Feier dann nicht mehr erlaubt.

In die Flitterwochen ging es anstatt mit dem Flieger nach Bali, mit dem Mietwagen durch Deutschland. Definitiv etwas anderes, aber sicherlich auch nicht schlecht, denn Deutschland hat echt sehr viele schöne Ecken, besonders das Berchtesgadener Land und Allgäu sind aus meiner Sicht immer eine Reise wert. Aber auch entspannte Tage im Moseltal bei gutem Essen und Wein, kann man sich mal gönnen.

Die kompletten Bilder zur Reise findest du übrigens hier.

In den eigenen vier Wänden

Was auch nicht zu verachten war, war mal für mehrere Wochen aus den eigenen vier Wänden herauszukommen, denn wir beide haben seit Mitte März von zu Hause aus gearbeitet, was sich, meiner Meinung nach, auch nicht bis Mitte 2021 ändern wird. Sich daran zu gewöhnen, hat eine ganze Weile gedauert und ist in einer 2-Zimmer-Wohnung sicherlich immer noch nicht optimal, ich komme aber deutlich besser damit zurecht, als ich bisher dachte. Zuerst hatte ich nicht gedacht, dass es eine Dauerlösung ist, nachdem die Homeoffice-Dauer jedoch immer wieder verlängert worden ist, habe ich dann doch in einen ordentlichen Schreibtischstuhl und bei der nächsten Verlängerung in einen höhenverstellbaren Schreibtisch investiert. Beides definitiv unter meinen besten Anschaffungen dieses Jahres :D

Homeoffice

Mein neuer Schreibtisch und Stuhl

Die ganzen Kontaktbeschränkungen, geschlossenen Läden und Verbote haben dazu geführt, dass 2020 auch sonst ein richtiges Stubenhocker-Jahr geworden ist. Neben den stark gestiegenen Stunden, die ich mit dem Schauen von Serien oder Spielen von Konsolenspielen verbracht habe, konnte ich aber auch einige private Projekte vorantreiben.

Die Homepage hat mehrere größere Änderungen erfahren und ich hab so viele Artikel geschrieben, wie lange nicht mehr. Das hat zudem auch dazu geführt, dass ich mich mit etlichen neuen Technologien, wie beispielsweise React, TailwindCSS oder GitHub Actions beschäftigt habe und sogar zu einigen Open-Source-Projekten etwas beitragen konnte.

Nach etlichen Jahren bin ich nun mit den Reisebildern auf einem aktuellen Stand und habe keine unverarbeiteten Fotos mehr auf meinen Festplatten. Das war ein echtes Mammutprojekt, denn im Laufe der Jahre haben sich mehrere tausend Dateien angesammelt. Jetzt, nachdem die Bilder der Trips nach Paris, Belize, Japan, Jordanien, Georgien, Vietnam und durch Deutschland online sind, bin ich echt froh, es endlich geschafft zu haben und hab etliches über Bildbearbeitung gelernt bzw. mein Wissen aufgefrischt und Arbeitsschritte optimiert.

Dabei habe ich gemerkt, dass es mir mehr Spaß macht, mich mit aktuelleren Bildern zu beschäftigen, weil ich daraus am meisten für meine Fotografie lernen kann. Beim Durchschauen der älteren Bilder sind mir teilweise technische oder künstlerische Probleme, wie stark überbelichtete Bereiche oder ungünstige Blendeneinstellungen aufgefallen. Dinge, bei denen ich mittlerweile weiß, wie ich diese verhindern bzw. ihnen entgegenwirken kann. Auch sonst habe ich mich wieder mehr mit der Fotografie beschäftigt und mir sogar eine neue Ausrüstung zugelegt, mit der ich mich in der nächsten Zeit intensiver auseinandersetzen möchte.

Hoffnung auf ein normaleres 2021

Die meisten meiner Vorsätze und Ziele für dieses Jahr drehen sich um diese Projekte, auch weil das ein Bereich ist, den ich selbst beeinflussen kann. Wer weiß, wie sich die weltweite Situation durch die Impfstoffe und Mutationen verändert und wie lange es dauert, bis sich der Alltag wieder normalisiert. Gerne würde ich wieder mehr unterwegs sein, gehe jedoch leider nicht davon aus, dass Fernreisen schon möglich sein werden, wäre jedoch bereits glücklich, falls der europäische Kontinent eine Option ist.

Bis es wieder auf Achse geht, habe ich in jedem Fall geplant, mehr in Berlin zu fotografieren, gibt hier ja schließlich etliche Sehenswürdigkeiten und Fotomotive. Falls du daher Lust auf eine gemeinsame Fototour oder ein Shooting hast, gib Bescheid und dann können wir mal schauen, ob sich was ergibt ;)

Davor muss ich mich aber erstmal um ein neues Bildbearbeitungsprogramm kümmern, denn mein Bisheriges passt leider nicht mit der neuen Kamera zusammen, oder besser gesagt nur über Umwege, und ich mag keine umständlichen Arbeitsabläufe :D

Ich drück uns in jedem Fall allen die Daumen, dass 2021 normaler, vorhersehbarer und planbarer wird. Dass die stark gebeutelten Branchen sich erholen können und dass jeder das Jahr genießen kann.