Egal ob du dir das erste Objektiv anschaffst oder bereits einige besitzst, die richtige Wahl zu treffen ist nicht leicht und zum Falschen zu greifen kann teures Lehrgeld sein, denn wirklich billig ist keine Linse. Wenn du wissen willst, auf was du beim Objektivkauf grundsätzlich achten musst, lies dir am besten meinen Artikel dazu durch.

Ein sehr wichtiger Faktor bei einem Objektiv ist die Brennweite bzw. der Brennweitenbereich. Meist ergibt sich der benötigte Bereich durch den gewünschten Anwendungsfall, denn für Landschaftsaufnahmen benötigst du grundsätzlich einen anderen Bereich als für Portraits, Sport- oder Tierfotografie. Wenn du, wie ich, auf Reisen möglichst flexibel sein willst und nicht häufig das Objektiv wechseln möchtest, kommst du bei deinen Recherchen vermutlich schnell auf sogenannte Superzoom-Objektive. Die sich dadurch auszeichnen, dass sie einen sehr großen Bereich, beispielsweise von 18mm bis 200mm oder sogar noch mehr, abdecken.

Auf den Bildausschnitt wirkt sich das beispielsweise so aus:

Superzooms haben viele Vorteile:

  • Geringes Gewicht, da du nur ein einziges Objektiv benötigst. Besonders auf Reisen ist das ein großer Vorteil, weswegen die Objektive auch oft als Reisezooms bezeichnet werden.
  • Kein oder wenig Objektivwechsel. Mal abgesehen davon, dass das Wechseln nervig ist, kommen dadurch auch Dreck und Staub in das Gehäuse und auf den Sensor. Und Sensorreinigen ist auch so etwas, bei dem die Wenigsten Spaß haben ;)
  • Kostengünstig. Zum einen sind die Objektive meist selbst recht preiswert, zum anderen würdest du mehr Linsen benötigen um den Brennweitenbereich eines Superzooms abdecken zu können.
  • Du kannst schnell und flexibel fotografieren, ohne davor planen zu müssen. Eine Landschaftsaufnahme und ein Foto eines Details liegen nur eine kleine Handbewegung am Zoom auseinander, ohne dass du dich selbst bewegen musst, was eine große Bandbreite an Möglichkeiten bietet.

So verlockend sich die Vorteile anhören, die Objektive haben aber leider auch einen riesigen Nachteil:

  • Die Bildqualität ist nicht die Beste, weswegen die Objektive auch oft als Suppenzooms bezeichnet werden.

Irgendeinen Haken muss es ja geben, denn ein Objektiv, dass nahezu alle Anwendungsfälle abdeckt und dabei extrem scharfe Bilder liefert, wäre zu schön, um wahr zu sein. Als Faustregel kannst du dir merken, dass je größer der Zoombereich ist, desto mehr leidet die Bildqualität.

Vor dem Hintergrund, dass ich selbst in den letzten Jahren vorwiegend ein 18-200mm Superzoom Objektiv auf meinen Reisen eingesetzt habe, klingt es vermutlich etwas scheinheilig, aber ehrlich gesagt bin ich häufig mit der Bildqualität nicht zufrieden. Dadurch kommt immer wieder der Wunsch auf mir neue Ausrüstung zuzulegen. Persönlich würde ich dir daher empfehlen dich für einen kleineren Brennweitenbereich zu entscheiden, dafür aber deutlich schärfere Bilder zu haben.

Wenn dir die Bildqualität nicht so wichtig ist und du mit etwas verwaschenen Kanten leben kannst, kann ein Superzoom aber durchaus eine gute Wahl sein. Denn wirklich schlechte Bilder sind es auch wieder nicht und gerade wenn du die Bilder nur in verkleinerter Form verwendest, sieht man diese Probleme, mit etwas Nachschärfen, kaum.

Sollte ich mich, bei meinen aktuellen Überlegungen rund um die Ausrüstung, für ein neues Kamerasystem entscheiden, wodurch ich dann auch neue Objektive brauche, wird es jedoch kein Superzoom mehr werden. Und für den Fall, dass ich mich gegen ein neues System entscheide, schau ich mich definitiv bei Objektiven mit kleinerem Zoombereich um.