Berg- und Fasadenklettern

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Nepal kam mir zudem Zeitpunkt schon komplett anders als Indien vor. Alles um einiges kleiner, unberührter, die Häuser nicht so heruntergekommen und die Leute hatten ein Lächeln im Gesicht. Zur Begrüßung gab’s auch ein einfaches „Hello“ oder „Namaste“ anstatt einem „Hello, have a look in my shop! I make good price for you!“. Um es vorweg zu nehmen: Der Eindruck hat sich auf dem restlichen Trip auch nicht geändert.

Von Lumbini aus ging es nach Tansen, einem kleinen Bergdorf. Die Busfahrt dahin war allein schon ziemlich abenteuerlich. Im ersten Busbahnhof ist ein Priester durch die Reihen gelaufen und hat jedem einen bunten Farbklecks auf die Stirn gepackt und irgendwas gemurmelt. Das schafft doch schon mal Vertrauen in die Strecke. Die nächsten Stunden ging es dann auf und ab, in einem ganz komfortablen Bus. Zumindest im Vergleich zu denen mit denen ich bisher in Indien gefahren bin. Wenn man aus dem Fenster gesehen hat, war entweder eine Bergwand in Nahaufnahme oder eine steile Klippe nach unten und meistens auch eine beeindruckende Berglandschaft vor der Nase.

Nachdem ich in Tansen mein Zeugs in einem Hotel abgestellt habe ging es hoch auf den Berg an dessen Hang die Stadt erbaut ist. Einen wirklichen Plan wo ich genau hinlaufe hatte ich mal wieder nicht, aber das macht es ja genau interessant 😛 Nach einiger Zeit im Wald stand ich vor einer großen Hanuman-Statue. Wer kam auf die Idee die da hin zu stellen? In meinen Augen etwas sinnfrei, außer man möchte die Bewohner ermuntern öfter mal im Wald umher zu irren.

Wieder zurück in der Stadt, hieß es erstmal Essen fassen. Im Restaurant in dem ich gegessen habe hatte der Besitzer auch schnell seine Tochter geholt, um als Übersetzer zu fungieren. Etwas nachgedacht ist mir aufgefallen, dass ich schon lange keine anderen Touristen gesehen habe.

Die Nacht im Hotel war grausam, als ich zurückkam war jedes Zimmer mit Einheimischen, die anscheinend keinen Schlaf benötigen, belegt. Auch mitten in der Nacht hörte man Leute in den Hotelfluren rumlaufen oder sich unterhalten. Da hatte es etwas positives dass der Bus nach Pokhara morgens um 6.00Uhr gefahren ist. Eine weitere Überraschung hatte das Hotel jedoch noch für mich bereit. Als ich gerade aufbrechen wollte war die Außentür verschlossen und vergittert, und natürlich war niemand vom Hotel in Sicht. Ein Ausweg über den Balkon war aber schnell gefunden, zwar stört das Gepäck bei solchen Aktionen aber was will man machen, hab früher bei den Bundesjugendspielen nicht umsonst immer Ehren- und Siegerurkunden bekommen xD

Wenig später im Bus hab ich festgestellt, dass ich doch nicht der einzige Touri in Tansen bin, neben mir waren da noch mindestens 3 andere: Suzi, Thomas und Abbey. Suzi ist eine Amerikanerin, die eine Ein-Jahres-Weltreise machen wollte und gerade im 6. Jahr davon ist 😉 Thomas und Abbey kamen aus London und reisen 3 Monate durch Asien. Anfangs dacht ich noch 4 Wochen sind schon eine lange Zeit, aber gegen die Reisezeiten von vielen die ich getroffen habe ist es etwas lächerlich…Irgendwann bin ich bestimmt auch mal für länger weg.

 

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